Alles ist möglich !

Erfolgreiche Weltmeisterschaft in Kanada


Wenn die Saison 2010 mir eins gezeigt hat, dann dieses:„ Nichts ist unmöglich!"

Nachdem ich eigentlich davon ausgegangen bin, dass ich es wohl im Zeitfahren nicht auf das Podium einer Weltmeisterschaft schaffen werde, bin ich doch eines Besseren belehrt worden.

In Anbetracht des Streckenprofils mit seinen schweren und schnellen Passagen und der Länge der Belastung, hatte ich mir insgeheim schon eine gute Platzierung ausgerechnet. Beim Betrachten der Konkurrenz aus der Schweiz, Italien, Österreich und dem Libanon war ich dann allerdings doch eher skeptisch, dass es eine Medaille werden könnte. Vermutlich wurde ich auch in der Szene - wenn überhaupt - als Außenseiter gehandelt.

Zumindest hatte ich nicht den Druck, den man verspürt, wenn man zu den Favoriten gehört. Also bin ich im Vertrauen auf das, was ich kann, an den Start gegangen. Und siehe da, es hat voll hingehauen – ich fuhr sogar im zweiten Teil der Strecke die Bestzeit. Das war auch mein Glück, wie sich noch herausstellen sollte. Die Abstände zwischen den Plätzen 2, 3 und 4 waren im Bereich eines Wimpernschlages.

So, war ich 0,76 sec hinter Heinz Frei und 1,62 sec vor Lukas Weber. Puh, das war knapp! Bronzemedaille ein riesiger Erfolg! Keine einzige Sekunde habe ich damit gehadert, nicht auf dem 2. Platz zu stehen. Schließlich hätte es auch der 4. Platz so wie beim Zeitfahren der Paralympics in Peking, sein können.

Dieses Schicksal ereilte diesmal den sympathischen Eidgenossen Lukas Weber, der sich glücklicherweise noch seine erste WM Medaille im Straßenrennen erkämpfen konnte. Das hat mich besonders gefreut!

Nachdem ich im Straßenrennen einen schwarzen Tag erwischte, freute ich mich auf den Team Event und die damit verbundene weitere Medaillenchance. Gefahren wie eine Staffel, fährt jedes Teammitglied zweimal eine Runde von 3,4 km.

Andrea Eskau, Max Weber und ich waren als Team für das Rennen bestens gerüstet. Die zu rechtgelegte Strategie war einfach: Max, der als erster ins Rennen ging, sollte bei der starken Konkurrenz dran bleiben, damit Andrea dann Ihre Stärke am kleinen Anstieg ausspielen und uns in Führung bringen konnte. Aber es kam anders: Nachdem Max schon in der ersten Runde einige Meter Vorsprung vor Kanada und der Schweiz herausholen konnte – eine großartige Leistung – gab es für uns nur noch eine Taktik: die Flucht nach vorne mit Vollgas.

Gesagt getan und schon nachdem wir alle einmal auf der Strecke waren, hatten wir bereits einen komfortablen Vorsprung vor der Schweiz und den USA. Lediglich ein Sturz oder eine Panne hätten uns unseren Sieg noch nehmen können. Mit einer geschlossenen Leistung standen wir ganz oben auf dem Treppchen bei einer Weltmeisterschaft. Nach dem Einzeltitel in Aigle 2006 das zweite Gold für mich und diesmal mit zwei Freunden. Das wird mir in besonderer Erinnerung bleiben.

Ein toller Event, der dem Zuschauer kurzweilige Unterhaltung liefert. Er bietet damit alles, was ein Sport für einen medialen Erfolg braucht. Durch die kurzen Runden, ist ständig Aktion und jeder kann dem Rennverlauf folgen. Hierin steckt ein großes Potential, im Zuge der Paralympics den Handbikesport nach vorne zu bringen.