Paralympics

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Mein persönliches Olympia

Nun geht mein Jugendtraum in Erfüllung!! Ich darf als Vertreter Deutschlands nach Peking fahren und an den Paralympischen Spielen teilnehmen. Mit dieser hohen Ehre, verbinde ich meine persönliche Verantwortung gegenüber der Olympischen Idee.
Seit jener Zeit meiner Verehrung für die Helden des Sports sind mittlerweile einige von ihnen gestrauchelt und andere tief gestürzt. Bei näherem Hinschauen scheint die Olympische Idee, wie sie Baron Pierre de Coubertin hatte, uns heute als illusorisch.
Doch gerade heute, in einer Welt in der die ethische Orientierung immer mehr verloren zu gehen scheint, sind es diese pädagogischen Ansätze des Olympismus die der Förderung bedürfen.
Für mich heißt Olympia, dass ich mich in einer verantwortlichen Lebensgestaltung um die Entwicklung meines eigenen Könnens und der eigenen Persönlichkeit bemühe, dabei meinen Mitmenschen Achtung entgegenbringe und Fairplay praktiziere.
Ich versuche, das Beste aus meinen Möglichkeiten zu machen und mit meinen eigenen ehrlichen Mitteln Höchstes zu leisten. Manipulation und der Eingriff in die natürliche Entwicklung der Leistung machen den Sportler zum Instrument und dienen nicht seiner Vervollkommnung im menschlichen Sinne.
Die freiwillige Bindung an die Regeln des Sports und des Fairness-Gebots machen Sportler zu Vorbildern; nicht die Höhe ihrer Gagen und Preisgelder.

Der sportliche Verlauf meiner ersten Spiele

Nun sind die Paralympischen Spiele von Peking Geschichte. Das Ereignis, dem ich 2 Jahre entgegen fieberte, für das ich alles mir mögliche gegeben habe. Perfekt vorbereitet wollte ich sein, mit dem besten Material und mit der besten körperlichen Verfassung. Ich wollte einen weiteren großen Erfolg, ja vielleicht den größten Erfolg meiner Karriere erringen.
Große Hoffnungen und Erwartungen werden aber manchmal auch enttäuscht. So war der Moment, an dem ich die Ziellinie überquert und das Straßenrennen beendet hatte eine sehr schmerzende Enttäuschung. Die Emotionen brachen heraus.
Aus sportlicher Sicht verlief die heiße Phase der Vorbereitung eher unglücklich. Ausgerechnet in der Zeit, in der die hohen Intensitäten ins Training eingebaut werden müssen, bekam ich Fieber und musste mit dem Training aussetzen.
Das trübte natürlich meine Hoffnungen schon im Vorfeld der Paralympics. Doch trotz allem begannen die Spiele sehr verheißungsvoll für mich mit dem Zeitfahren - meiner schwächeren Disziplin, in der ich keine besonderen Erwartungen hatte und die ich nicht einmal gehabt hätte, wenn ich in Top-Form gewesen wäre. Also ging ich an dieses Rennen dann auch ziemlich locker heran.
Es sollte einfach ein Formtest für das Straßenrennen werden, schließlich wusste ich nicht wo ich nach meiner Krankheit leistungsmäßig stehe. Die Startreihenfolge war in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung des letzten WM-Einzelzeitfahrens, so dass die schnellsten als letztes auf die Strecke geschickt werden. Bei der WM in Bordeaux war ich Siebter, hatte also 6 Athleten hinter mir, gestartet wurde im Abstand von einer Minute. Ich ging auf die Strecke und wollte mir meine Kräfte auf diesem sehr anspruchsvollen Course unbedingt gut einteilen. Der steilste Streckenabschnitt erwartete mich gleich nach 2 km, ein etwa 800 m langer Anstieg mit 10% Steigung im Maximum. An dieser Stelle konnte man sein Pulver schon verschießen, um dann auf den restlichen 9 km viel Zeit zu verlieren.
So ging ich dann auf die Strecke und versuchte meine Trittfrequenz immer konstant hoch zu halten um Kraft zu sparen. Angefeuert von dem Begleitfahrzeug kam ich ganz gut über den Anstieg. Mir fehlte aber irgendwie der Punsch, um mit richtig Geschwindigkeit über die Kuppe zu fahren und in der bergab Passage so schnell wie möglich hohes Tempo zu erreichen. Das war, auf diesem welligen Kurs auf dem es praktisch nie flach war, extrem wichtig, um mit viel Schwung in die nächste Steigung hinein zukommen.
Der letzte Streckenabschnitt war dann noch mal gespickt mit einigen engen Kurven in schnellen bergab Passagen. Also höchster Anspruch an die Streckenkenntnisse und an die technischen Fähigkeiten mit dem Handbike. So richtig gut bin auch durch diesen Teil der Strecke nicht gekommen; in einer der Kurven habe ich die Ideallinie nicht getroffen und musste abbremsen, umso überraschter war ich dann im Ziel meinen Namen ganz oben auf der Leinwand zu sehen. Ich hatte tatsächlich die Bestzeit. Ich hatte dann sogar für ein paar Minuten Hoffnungen auf den Gewinn einer Medaille im Zeitfahren. Doch am Ende war ich dann auf Platz 4 gelandet. Womit ich sehr zufrieden war.
Schließlich stimmte mich dieses Ergebnis sehr hoffnungsvoll auf das noch folgende Straßenrennen. Ich war zum ersten Mal seit meiner verkorksten Vorbereitung wieder zuversichtlich eine Medaille gewinnen zu können.
Nach einem Tag Pause war es dann so weit: es sollte die gleiche Strecke wie im Zeitfahren bewältigt werden - mit dem Unterschied, dass sie vier mal umrundet werden muss. So stand ich am Start und war bereit für das Straßenrennen - dachte ich zumindest!
Doch am ersten Anstieg wurde ich dann bereits eines besseren belehrt. Die plötzliche Tempoverschärfung konnte ich nicht mitgehen. Mir fehlte einfach die Spritzigkeit um die Rhythmuswechsel eines Paralympischen Straßenrennen mit zugehen. Ich hatte an der Kuppe schon einige Meter Rückstand auf die Führungsgruppe. Die konnte ich zwar mit extrem hohen Aufwand und Willensstärke wieder schließen. Doch an der langen Steigung verlor ich erneut den Anschluss. Konnte mich wiederum zurück kämpfen. War aber dann buchstäblich am Ende meiner körperlichen Kräfte. Und ich wusste, dass es nichts werden würde mit dem Podiumsplatz in diesem Rennen. Am Ende war ich dann im Ziel auf Platz 12 gelandet und maßlos enttäuscht über dieses Abschneiden. Mit der gestiegenen Hoffnung nach dem Zeitfahren stieg auch die Enttäuschung über dieses Ergebnis. Ein kurzes Hoch vor dem tiefen Fall!

Hier das Peking-Team

LC 1:
Hammer Mario, PSC Berlin BER, fährt 1.000 m
Sacher Wolfgang, RSV Penzberg e. V. BAY

LC 3:
Graf Tobias RIG Freiburg BAD
Simanowski Natalie TSV Bayer 04 Leverkusen NRW

LC 4:
Teuber Michael BSV München BAY
Senska Pierre PSC Berlin BER
Winkler Erich ETSV09 Landshut BAY

CP 4:
Lungershausen Klaus VC Frankfurt HES
Weise Barbara VSV Erlangen BAY

Handbike
Bäumann Stefan, LC Cottbus BRA
Broer Torben, RSC Hamburg HAM
Eskau Andrea, USC Magdeburg SAA
Knecht Tobias, RTC Heidelberg BAD
Koch Norbert, TS Karlsuhe BAD
Mosandl Norbert, RSLC Holzkirchen BAY
Vieth Dorothee, RSC Hamburg HAM
Weber Max, TSV Obergünzburg BAY


Geschichte der Paralympics

Paralympics - Der Begriff
Der Begriff „Paralympics“ wurde zunächst als Zusammensetzung der Wörter Paraplegic (engl.: gelähmt) und Olympic geschaffen. Um auch die Zugehörigkeit von Menschen mit anderen Behinderungsarten zu repräsentieren, wurde der Begriff neu definiert, und setzt sich jetzt zusammen aus dem griechischen Wort Para (neben) und Olympics, um die Nähe zur olympischen Bewegung und das Nebeneinander der Spiele auszudrücken. Er wird offiziell zum ersten Mal 1988 bei den Olympischen Spielen in Korea verwendet. Vorher sprach man von ;Weltspielen der Gelähmten", "Olympiade der Behinderten" oder "Weltspielen der Behinderten". Da gelähmt nur auf einen Teil der beteiligten Sportler zutrifft, wird der Begriff auch häufig als Parallel-Olympics oder Para-Olympics vom griechischen para, sich anschließen, zugehörig, neben interpretiert.

Geschichte

1948 begannen in Stoke Mandeville (England) die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer am selben Tag wie die Olympischen Spiele von London. Der deutschstämmige Neurologe Sir Ludwig Guttmann hatte sie initiiert, um die Wettkämpfe der Behinderten mit den Spielen der Nichtbehinderten zu verbinden. 1960 fanden die ersten „Weltspiele der Gelähmten“ in Rom statt, aber nicht mehr parallel zu den Olympischen Sommerspielen, sondern wenige Wochen später. Seitdem finden die Paralympics alle vier Jahre statt, immer im selben Jahr wie die Olympischen Spiele. Die ersten Paralympischen Winterspiele fanden 1976 in Schweden statt.

1984 weigerte sich das kommerzielle Organisationsteam der olympischen Sommerspiele von Los Angeles, die "International Games for Disabled" durchzuführen. Begründung war, das dies "nicht in das professionelle Image der Spiele von LA passe". Daraufhin bot sich die Chicagoer Vorortgemeinde Champagne an, die Veranstaltung durchzuführen. Wenige Monate vor der geplanten Eröffnungsfeier gab die Gemeinde die Spiele zurück mit der Begründung, es fehlen 100.000$ zur Deckung der Kosten. Daraufhin wurden die Spiele geteilt. Die Gelähmten trugen ihre Wettkämpfe letztmalig im britischen Stokemandeville aus. Alle anderen körperlich Behinderten wurden frenetisch von den stolzen Bürgern der New Yorker LongIslandgemeinde Hempstead gefeiert. Die dortige Hofstra University sammelte innerhalb von zwei Stunden die benötigten Gelder ein und organisierte die Spiele.

Seit den Sommer-Paralympics 1988 finden die Spiele regelmäßig am selben Ort wie die Olympischen Spiele statt. In einem am 19. Juni 1991 geschlossenem Abkommen zwischen dem Internationalen Olympischen Komitee und dem IPC wurde diese Praxis für alle Spiele ab den Sommer-Paralympics 1992 festgeschrieben. Seit der Bewerbung für die olympischen Spiele 2012 müssen Städte in ihren Bewerbungen für auch die Ausrichtung der Paralympics mit einbeziehen, welche dann vom selben lokalen Organisationskomitee wie die olympischen Spiele koordiniert werden. Die Paralympics beginnen entsprechend dieser Vereinbarung immer 3 Wochen nach Ende der olympischen Spiele. [2]

Bei den Sommerspielen 1996 kam es jedoch trotz dieser Vereinbarung zu einer erneuten Blamage für die USA: Die Organisatoren in Atlanta ließen nach den Olympics die Einrichtungen bereits abbauen, so dass die Paralympics quasi in Ruinen stattfanden.


IPC


Zu den Paralympics in Athen nahmen 4000 paralympische Athleten aus 130 Ländern teil, die 566 Wettkämpfe in 18 Sportarten austrugen. Begleitet wurden sie von 2000 offiziellen Teambegleitern. Die Verantwortung für die Organisation und Entwicklung der Behinderten-Spiele trägt seit 1989 das Internationale Paralympische Komitee (IPC), das in Düsseldorf gegründet wurde und seinen Sitz in Bonn hat.

Klassifizierung
Die Sportler werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, die international anerkannt sind ("Klassifizierung"). Dabei werden die Art der Behinderung und ihre Auswirkung auf die Ausübung einer jeweiligen Sportart berücksichtigt. Die Klassifizierung ist die Grundlage für faire Wettkämpfe, da sich ähnliche Behinderungen auf die funktionellen Fähigkeiten und Voraussetzungen der Sportler hinsichtlich einer Sportart unterschiedlich auswirken. Bei den einzelnen Sportarten gibt es verschiedene Behinderungsklassen. Aber für alle Sportarten kann man folgende Behinderungsarten unterscheiden:

1. Amputierte
Athleten, denen mindestens ein Hauptgelenk in einem Glied fehlt.

2. Cerebralparetik
Athleten, die an einer Beeinträchtigung des Bewegungsablaufes und der Haltung leiden, bedingt durch Schädigungen eines oder mehrerer Steuerzentren im Gehirn.

3. Sehbehinderte
Athleten, die in unterschiedlichem Maße sehbehindert sind bis hin zu völliger Blindheit.

4. Rollstuhlsport
Sportler, die zur Ausübung ihres Sports einen Rollstuhl benutzen. Die Klassifizierung findet in allen Sportarten statt, die Rollstuhlsportler betreiben (Handbiken, Rollstuhlrugby, Leichtathletik, Rollstuhlbasketball, Tischtennis, Tennis, ).

5. Les Autres ("Die Anderen, alle Übrigen")

Dieser Begriff umschreibt Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen, die den Bewegungsapparat betreffen, die aber in keine der anderen vier Behinderungsklassen eingeordnet werden können.

Quelle: www.wikipedia.org